Islamische Familien feiern Opferfest


Neuer Verein „Jasmin“ will den Dialog zwischen Kulturen anregen und unterstützen

Auf Initiative des neu gegründeten Vereins- „Jasmin“ haben am Freitagnachmittag viele Familien, Frauen und Kinder aus Syrien und dem Nahen Osten, die gegenwärtig in Deggendorf leben, den ersten Tag des islamischen Opferfestes in der Fischerdorfer Moschee gefeiert.

„Das Opferfest ist eines der ganz großen religiösen Feste. Es wird weltweit gefeiert“, erklärte Pfarrer Gottfried Rösch, der zu den Gründungsmitgliedern von „Jasmin“gehört.  Für viele islamische Familien sei es ein Anliegpenjdiesess Fest auch in Niederbayern gemeinsam zu feiern. Religiös gehe es um die Geschichten von Abraham, der erst seinen Sohn opfern soll, was Gott dann aber verhindert. Ein Engel rettet den Sohn. Stattdessen soll ein Widder geopfert werden. Das insgesamt viertägige Opferfest werde auch auf den großen Wallfahrten nach Mekka begangen. Es sei eine neue Erfahrung, wenn dieses Fest nun auch in Bayern selbstverständlich gefeiert werde, meinte Rösch und ist sich sicher: „Nach dem Grundgesetz gehört die Vielfalt der Religionen zu Deutschland.“Er freue sich darüber, wenn religiöse Gefühle nicht unterdrückt, sondern theologisch aufgeklärt unterstützt würden und zu einer konstruktiven Entfaltung kommen könnten.

Die beiden „Jasmin“ Vorsitzenden Jilan Ali und Nibras Almosa begrüßten die etwa hundert Festgäste, darunter auch Vertreterinnen von Donum Vitae und der Caritas, mehrsprachig.  Sie bedankten sich beim DITIB-Verein für die erfahrene Gastfreundschaft, bei der Stadt Deggendorf und dem Familienzentrum für die wertvolle Unterstützung und bei allen Helfern und Sponsoren für ihr Engagement.“ Besonders herzlich willkommen geheißen wurden Nermin Jenetzke, „Jasmin“ Vorstandsmitglied und zweite Vorsitzende des Deggendorfer Netzwerks für kulturelle Vielfalt, Familienbeauftragte Hela Schandelmaier und Integrationsbeauftragter Oliver Antretter. In seinem Grußwort betonte Antretter, dass interkultureller Austausch einen wichtigen Beitrag zur Integration in die Deggendorfer Gemeinschaft bilde. Dem frisch gegründeten „Jasmin“-Verein wünschte er viel Energie und eine erfolgreiche Zukunft.

Besonders für Kinder hatten die Opferfest-Organisatoren viele Mitmach-Aktivitäten vorbereitet. So wie die Pilger auf der großen Mekka-Wallfahrt  Haddsch konnten etwa dreißig Kinder sieben Mal singend und preisend eine schwarz-goldene Miniatur-Kaaba gegen den Uhrzeigersinn umrunden. Anschließend wurden sie mit Spielzeug beschenkt, das privat oder von Firmen gespendet worden war. Auf dem Opferfestprogramm standen auch Kinderschminken, Henna-Malerei und Bastelaktionen. Ein großes schmackhaftes Buffet lockte mit herzhaften und süßen Speisen.

Übrigens: der Vereinsname „Jasmin“ leite sich aus einem Beinamen dertraditionsreichen Stadt Damaskus ab und stehe für die Schönheit der arabischen Kultur, informierte Pfarrer .Rösch. Der Verein habe keine politischen oder religiösen Ziele. Er verstehe sich als Kulturverein. Bezweckt werde in erster Linie der Dialog und Austausch zwischen Kulturen. Es gehe um Beiträge zum friedlichen Zusammenleben und zur Versöhnung innerhalb des Nahen Ostens sowie zwischen Menschen aus dem Nahen Osten und anderen Regionen. Besonders wichtig sei auch die Förderung der , Mehrsprachkompetenz.

Weitere konkrete Projekteseien bereit-angedacht: zum Beispiel Schwimmkurse speziell für Frauen oder Mutter-Kind-Schwimmen. Ein großes Anliegen sei die bessere Vernetzung und Unterstützung arabisch sprechender Kinder, damit sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung ihre Potenziale möglichst gut entfalten können. „Mehrsprachigkeit entwickelt sich meist dann gut, wenn die Familiensprache auch gut gepflegt wird“, so die Überzeugung von Gründungsmitglied Rösch.

 

Quelle: Deggendorfer Zeitung, 4.09.2017