Bunter Marsch durch die Innenstadt


„Netzwerk für kulturelle Vielfalt“ organisiert Kundgebung für die Solidarität mit Flüchtlingen

Solidaritätsaktion DZ 19.10.2015

Eine bunte Truppe zog am Samstagmittag in der Deggendorfer lnnenstadt die Blicke der Passanten auf sich: Mit Luftballons, Plakaten und fröhlicher Musik versammelten sich über 150 Menschen auf dem Oberen Stadtplatz und zogen dann bei einem Solidaritätsmarsch durch die Innenstadt.

Der Verein „Netzwerk für kulturelle Vielfalt“ hat die Aktion organisiert. Erster Vorsitzender Cem Yasinoglu begrüßte die Teilnehmer und sprach über die Intention der Zusammenkunft. Man wolle eine weltoffene Gesinnung demonstrieren und Kindern ein Beispiel geben, wie dies in einer großen Kreisstadt funktionieren könne. „Deggendorf wird immer bunter und vielfältiger“, umso wichtiger sei ein Miteinander. „Wir alle sind Weltbürger.“ Viele Menschen engagieren sich für Flüchtlinge, ob beruflich oder ehrenamtlich, ob mit oder ohne Migrationshintergrund. Diesen Helfern sprach Yasinoglu uneingeschränkt Dank und Unterstützung aus.

Ein Zeichen für die Solidarität mit Flüchtlingen ist gleichzeitig ein Zeichen gegen Rassismus. „Nicht hier zu stehen wäre ein falsches Zeichen an die Kreise. die die Gesellschaft spalten wollen“, betonten Zourelidis Charilaos vom Netzwerk. Bedenken, eine Demonstration durch die Stadt könnte eine Gegendemonstration von Rechtsextremen hervorrufen, haben sich nicht bewahrheitet. Der von der Polizei begleitete Zug durch die Stadt verlief friedlich und wurde nicht von anderen Gruppierungen gestört.

Auffallend war. dass besonders viele junge Menschen ein Bekenntnis für die Solidarität mit Flüchtlingen geben wollten. Von den beiden mit dem Titel „Schule ohne Rassismus -Schule mit Courage“ ausgezeichneten Gymnasien Robert-Kocli und Comenius waren einige Schüler und auch Lehrer in ihrer Freizeit auf den Stadtplatz gekommen, um mit bunten Plakaten ihre Meinung kund zu tun. Auf einer großen Stellwand sammelten Robert-Koch-Schüler aufgemalte Hände und Unterschriften unter dem Motto „Migration is no crime“. Die Stellwand wird in der Schule aufgestellt. Cem Yasinoglu hält es für wichtig, vor allem junge Menschen für das Thema zu sensibilisieren.

Stimmung machten zwei Musiker mit einem internationalen Musik-Mix: Von Thomas Oberberger aus Viechtach waren heimische Klänge auf der Steirischen zu hören, Isa Martino brachte die Teilnehmer mit südländischen Liedern zum Tanzen. Der Verein Mostik verteilte bunte Luftballons, die die Gruppe steigen ließ. Für das „Netzwerk für kulturelle Vielfalt“ war die Aktion ein voller Erfolg. Mit 80 Teilnehmern hatte Cem Yasinoglu gerechnet, tatsächlich waren es mehr als doppelt so viele. Beim Marsch durch die Stadt schlossen sich sogar noch Menschen an. lm Dezember wird das unabhängige Netzwerk ein Jahr alt. Es sind noch mehr Aktionen für Solidarität und gegen Rassismus geplant.

Quelle: Deggendorfer Zeitung, 19.10.2015